Im Rahmen der Unternehmerreise „Industrie trifft Innovation – Zulieferkompetenz für den deutschen Maschinenbau“ haben sieben Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen – darunter vier aus dem Kreis Borken – die estnische Industrielandschaft intensiv erkundet. Organisiert wurde die Reise durch die IHK Nord Westfalen gemeinsam mit IHK NRW in Kooperation mit Enterprise Estonia.
Estland gilt als eines der weltweit führenden Länder im Bereich der Digitalisierung. Insbesondere in der Industrie zeigt sich, wie konsequent digitale Technologien mit Produktionsprozessen verzahnt werden können. Für die teilnehmenden Unternehmen bot die Reise eine wertvolle Gelegenheit, innovative Ansätze aus erster Hand kennenzulernen und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung eigener Produktions- und Beschaffungsstrategien zu gewinnen.
Ein zentraler Bestandteil des Programms war der direkte Austausch mit estnischen Industrieunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besucht wurden unter anderem:
- Radius Machining – spezialisiert auf datengetriebene Produktionsüberwachung und hochpräzise CNC-Serienfertigung
- Tech Group – Anbieter von Automatisierungslösungen und moderner Robotik, unter anderem in Zusammenarbeit mit KUKA
- Hanza Mechanics – international vernetzte Produktionsstrukturen für OEM-Kunden
- Torm Metall – hohe Fertigungstiefe vom Einzelteil bis zum Endprodukt
- Saku Metall – effiziente Blechbearbeitung und Baugruppenfertigung für globale Lieferketten
Die Eindrücke vor Ort haben deutlich gemacht, dass estnische Unternehmen insbesondere durch ihre Flexibilität, ihren hohen Digitalisierungsgrad und ihre ausgeprägte Fertigungstiefe überzeugen. Daraus ergeben sich konkrete Ansatzpunkte für die strategische Weiterentwicklung bestehender Lieferketten, die Optimierung von Kostenstrukturen sowie die Stärkung der Resilienz in der Beschaffung.
Die teilnehmenden Unternehmen aus dem Kreis Borken ziehen ein durchweg positives Fazit. Frank Herms von TRAPO betonte: „Die Besuche haben uns sehr konkret gezeigt, wie wir unsere Lieferketten strategisch erweitern und gleichzeitig effizienter aufstellen können.“
Auch Paul Westrick von Westrick hob den Praxisbezug hervor: „Für uns als Zerspanungsspezialist waren insbesondere die Einblicke in die hochpräzise CNC-Fertigung und die digitale Prozessüberwachung äußerst relevant – hier sehen wir konkrete Ansätze zur Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung.“
Michael Brzowski von AS Drives unterstrich die Bedeutung der Digitalisierung: „Die starke Digitalisierung in Estland ermöglicht mehr Transparenz, schnellere Entscheidungen und deutlich effizientere Prozesse – daraus nehmen wir konkrete Impulse für unser eigenes Unternehmen mit.“
Fabian Paus von der Windenergie Marbeck ergänzte: „Besonders beeindruckend ist die Effizienz und Unkompliziertheit der Prozesse. Diese Rahmenbedingungen tragen maßgeblich dazu bei, dass Unternehmen schnell agieren können.“
Ergänzt wurde das Programm durch gezielte Networking-Formate mit estnischen Unternehmen. Bereits während der Reise entstanden erste konkrete Ansätze für zukünftige Kooperationen.
„Die Unternehmerreise hat den teilnehmenden Unternehmen praxisnahe Impulse für Beschaffung, Produktion und Digitalisierung geliefert und zugleich neue Perspektiven für internationale Partnerschaften eröffnet“, resümierte Karina Holtkamp, WFG-Betriebsberatung, die die Unternehmen aus dem Kreis Borken auf der Reise begleitete.
Die Reise bildet damit eine starke Grundlage für den weiteren Ausbau deutsch-estnischer Wirtschaftsbeziehungen im Maschinenbau.
