Die d.velop AG und das Gymnasium Remigianum Borken zeigen jungen Talenten die Welt des Programmierens
Wie aus früher Begeisterung für Informatik eine berufliche Karriere entstehen kann, zeigt eindrucksvoll die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Softwareunternehmen d.velop und dem Gymnasium Remigianum in Borken. Im Rahmen von zdi-BSO-MINT – einem Förderprogramm zur vertieften Berufs- und Studienorientierung im MINT-Bereich – werden hier seit über zehn Jahren junge Talente frühzeitig an die Welt der Softwareentwicklung herangeführt.
Seit 2014 führen Schule und Unternehmen als Kooperationspartner regelmäßig ein halbjährliches Informatik-Kursprogramm mit praxisorientierten Aufgabenstellungen durch. Die Umsetzung wird durch das zdi-Zentrum Kreis Borken unter dem Dach der WFG für den Kreis Borken koordiniert und finanziell unterstützt. Die Kurse werden als sogenannte „zdi-BSO-MINT-Maß-nahmen“ gefördert, insbesondere zur Deckung von Personal- und Durchführungskosten.
„Die gewachsene Zusammenarbeit von d.velop und dem Gymnasium Remigianum zeigt, was sich aus einem persönlichen Impuls entwickeln kann. Sie verdeutlicht, dass gezielte MINT-Förderung nachhaltig wirkt: Schülerinnen und Schüler gewinnen praktische Erfahrungen, lernen Unternehmen kennen und erweitern ihre beruflichen Perspektiven erheblich“, erklärt Kerstin Schmitt vom zdi-Zentrum Kreis Borken.
Großes persönliches Engagement als Erfolgsfaktor
Die Initialzündung für das Projekt entstand 2014 eher zufällig am Rande eines Volleyballtrainings: Lehrer Daniel Roese und d.velop-Mitarbeiter Bernd Rudde entwickelten gemeinsam die Idee, Schülerinnen und Schülern die Welt der Softwareentwicklung direkt im Unternehmen näherzubringen.
Aus dem ersten Pilotprojekt wurde mit Unterstützung durch das zdi-Zentrum ein fest etabliertes Kursformat. Maßgeblich begleitete der Lehrer Günter Niehues den ersten Projektdurchlauf. Vor allem die Informatiklehrkräfte Ruth Bahde, Tobias Storcks und Daniel Roese entwickelten das Format gemeinsam mit d.velop in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter. Heute programmieren die Teilnehmenden im Rahmen des über ein Schulhalbjahr laufenden Kurses eigene kleine Retro-Spiele, sammeln praxisnahe Erfahrungen und entwickeln gemeinsam Lösungen.
Ein fester Bestandteil des Projekts ist die Kick-off-Veranstaltung am d.velop-campus in Gescher. Dort lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur erste Projektinhalte kennen, sondern erleben auch die Arbeitsumgebung und Unternehmenskultur unmittelbar: Sie erhalten Einblicke in den Arbeitsalltag, lernen Mitarbeitende persönlich kennen und spüren die Atmosphäre, in der Software bei d.velop entsteht. Den Abschluss bildet eine Präsentation am Gymnasium Remigianum – häufig vor großem Publikum. Dabei hat sich etabliert, dass der nachfolgende Jahrgang die entwickelten Spiele testet und direkt ausprobiert.
„Die Zusammenarbeit mit Schulen und die Förderung junger Talente sind für uns ein langfristiges Investment – nicht nur für zukünftige Fachkräfte, sondern auch für Innovation und Zusammenarbeit im Unternehmen“, betont Bernd Rudde.
Erfolgsstory nachhaltige Fachkräfteentwicklung
Ein besonderes Beispiel für die nachhaltige Wirkung dieser Kooperation ist Vanessa Kriebel: Sie nahm bereits 2016 als Schülerin an dem Projekt teil und entwickelte gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ein eigenes Spiel. Diese Erfahrung bestärkte ihren Wunsch, eine berufliche Laufbahn in der Informatik einzuschlagen. Nach dem Abitur entschied sie sich für ein duales Studium der Wirtschaftsinformatik bei d.velop und ist dem Unternehmen seitdem treu geblieben. Heute arbeitet sie dort als Softwareentwicklerin und begleitet seit 2024 selbst aktiv die Schulprojekte im Rahmen der zdi-BSO-MINT-Kooperation.
„Wenn man selbst erlebt hat, wie spannend es ist, etwas Eigenes zu programmieren, kann man diese Begeisterung direkt weitergeben“, sagt Vanessa Kriebel.
zdi-BSO-MINT-Maßnahmen wie diese zeigen, wie wichtig eine frühe Förderung von jungen Talenten ist. Viele junge Menschen profitiere durch Praktika, Schulprojekte und Messen von ersten Kontakten zur Arbeitswelt. Gleichzeitig stärkt das Engagement die Verbindung zwischen Unternehmen, Schulen und Lehrkräften.
Aus erster Begeisterung wird oft echte Expertise – und aus Schülerinnen und Schülern werden die Fachkräfte von morgen. Die Investition in MINT-Bildung und Schulkooperationen zahlt sich langfristig für alle Beteiligten aus.

Kick-Off für den neuen Kursdurchlauf 2026 am d.velop campus: Kerstin Schmitt (WFG/zdi-Zentrum für den Kreis Borken), Bernd Rudde und Vanessa Kriebel (d.velop AG) sowie Ruth Bahde und Tobias Storcks (Lehrkräfte des Gymnasiums Remigianum Borken) beim gemeinsamen Projektstart.

Impressionen aus den Kursen der vergangenen Jahre
Über die zdi-BSO-MINT-Förderung
Die zdi-BSO-MINT-Förderung ist Teil der Gemeinschaftsoffensive „Zukunft durch Innovation.NRW“ (zdi) und unterstützt praxisnahe Projekte zur Berufs- und Studienorientierung im MINT-Bereich. Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 erhalten dabei frühzeitig Einblicke in MINT-Studiengänge und Ausbildungsberufe durch Kooperationen zwischen Schulen, Unternehmen und Hochschulen.
Das zdi-BSO-MINT-Programm verbindet MINT-Inhalte mit gesellschaftlichen Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Gesundheit und zeigt, wie MINT zur Lösung aktueller Herausforderungen beiträgt. Die Angebote finden an vielfältigen Lernorten wie Schülerlaboren, Hochschulen, Unternehmen oder in digitalen Formaten statt und werden durch Role-Models aus Studium und Beruf ergänzt.
Finanziert wird das Programm gemeinsam und zu gleichen Teilen vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt stehen acht Millionen Euro für die vertiefte Berufs- und Studienorientierung zur Verfügung. Für die Umsetzung von zdi-BSO-MINT-Maßnahmen im Kreis Borken verfügt das zdi-Zentrum – unter dem Dach der WFG für den Kreis Borken – im Jahr 2026 über ein Budget von 93.000 Euro.
Das zdi-Zentrum Kreis Borken – angesiedelt bei der WFG für den Kreis Borken – ist die zentrale Koordinierungs- und Anlaufstelle für MINT-Angebote in der Region und informiert über aktuelle Kurse, Projekte und Mitwirkungsmöglichkeiten.
Interessierte Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte können sich direkt an das zdi-Zentrum wenden:
•Kerstin Schmitt, Tel. 02561/97999-55, schmitt@wfg-borken.de
•Daniela Daldrup, Tel. 02561/97999-56, daldrup@wfg-borken.de