Südlohn. Das Geschäftsjahr 2025 war von tiefgreifenden wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen geprägt. Während konjunkturelle Unsicherheiten, der Strukturwandel und der zunehmende Fachkräftemangel Unternehmen vor große Herausforderungen stellten, eröffneten Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und innovative Technologien zugleich neue Chancen für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Vor diesem Hintergrund richtet die WFG ihre Angebote konsequent an den aktuellen Entwicklungen aus. Für ihr Jahres-Presse-Gespräch war die WFG in diesem Jahr
zu Gast bei der BEWITAL Unternehmensgruppe in Südlohn-Oeding und stellte dort die Schwerpunkte ihrer Arbeit im Geschäftsjahr 2025 vor.
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung ordnete WFG-Geschäftsführer Dr. Daniel Schultewolter die wirtschaftliche Entwicklung ein: „2025 war für viele Unternehmen im Westmünsterland ein herausforderndes Jahr. Trotzdem ist die Region überdurchschnittlich gut aufgestellt und entwickelt sich dynamisch weiter.“
Zu Beginn des Jahres-Presse-Gesprächs begrüßten Geschäftsführerin Ulrike Petershagen und Geschäftsführer Jürgen Petershagen die Teilnehmenden. Anschließend stellte Jürgen Petershagen die BEWITAL Unternehmensgruppe mit ihren drei Geschäftsbereichen BEWITAL agri, BEWITAL petfood und westrans vor und gab Einblicke in die Entwicklung und strategische Ausrichtung des familiengeführten Unternehmens. Dabei betonte er die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der WFG. Insbesondere in den Bereichen Innovation und Robotik gebe es zahlreiche Berührungspunkte sowie einen engen und vertrauensvollen Austausch.
Im Anschluss präsentierte der Prokurist der WFG, Ingo Trawinski, in Vertretung des WFG-Geschäftsführers Dr. Daniel Schultewolter die Schwerpunkte der WFG-Arbeit im Geschäftsjahr 2025. Die WFG begleitete im Geschäftsjahr 2025 mit mehr als 1.000 Beratungsgesprächen sowie über 100 Informations-, Netzwerk- und Fachveranstaltungen Gründungsinteressierte, Gründerinnen und Gründer, Unternehmen sowie zahlreiche Multiplikatoren der regionalen Wirtschaft.
Um die Bedarfe der Unternehmen im Kreis Borken frühzeitig zu erkennen, hat die WFG 2025 erstmals eine kreisweite Unternehmensbefragung durchgeführt. An der Online-Umfrage beteiligten sich 532 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus allen 17 Kommunen. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die strategische Ausrichtung und die Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote der WFG. Sie zeigen, welche Themen die Unternehmen aktuell besonders bewegen. Zu den größten Herausforderungen zählen Bürokratie, Fachkräftemangel und die Unternehmensnachfolge. Rund 42 Prozent der Unternehmen rechnen innerhalb der kommenden fünf Jahre mit einer Nachfolgeregelung – gleichzeitig ist diese bei etwa der Hälfte der Betriebe bislang nicht geregelt. Die WFG hat ihre Beratungsangebote in diesem Themenfeld deshalb gezielt weiterentwickelt und unterstützt Unternehmen bei einer frühzeitigen Planung der Unternehmensnachfolge.
Ein weiterer Baustein der WFG-Arbeit war die Begleitung von Gründungsinteressierten. Die Nachfrage nach Beratungsangeboten blieb auch im Jahr 2025 hoch. Als zertifiziertes STARTERCENTER NRW unterstützte die WFG angehende Gründerinnen und Gründer von der ersten Geschäftsidee bis zur Umsetzung ihres Vorhabens. Insgesamt fanden 351 persönliche Beratungsgespräche statt. Dabei zeigte sich ein klarer Trend: Neue Geschäftsmodelle werden zunehmend digitaler und nachhaltiger. Ergänzend zu den individuellen Beratungsgesprächen bot die WFG Seminare und Veranstaltungen zu
gründungsrelevanten Themen an.
Auch die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägten die Arbeit der WFG im Geschäftsjahr 2025. Mehr als 150 Unternehmen wurden bei Digitalisierungsprojekten begleitet. Rund 70 Unternehmen konnten Fördermittel aus den MID-Programmen des Landes NRW einwerben. Insgesamt flossen dadurch rund 850.000 Euro in Digitalisierungsprojekte regionaler Unternehmen. Ergänzend bot die WFG zahlreiche Informations- und Veranstaltungsformate rund um Digitalisierung, KI und IT-Sicherheit an.
Internationale Märkte rückten im Geschäftsjahr 2025 ebenfalls verstärkt in den Fokus der WFG. Mit der Workshopreihe „Markterschließung Niederlande“, individuellen Beratungen sowie dem Austauschformat „Round Table USA“ unterstützte sie Unternehmen dabei, sich auf veränderte internationale Rahmenbedingungen einzustellen. Ergänzend bot die WFG Orientierungsberatungen sowie den Workshop „Zoll im Dialog“ an und unterstützte Unternehmen bei Fragen zu Exportvorschriften und der Zollabwicklung. Ein wichtiger Bestandteil war dabei auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen.
Die Innovationsberatung setzte im Geschäftsjahr 2025 ebenfalls wichtige Impulse. In mehr als 150 Beratungsgesprächen unterstützte die WFG Unternehmen dabei, ihre Innovationskraft zu stärken und geeignete Fördermöglichkeiten zu erschließen. Mit Formaten wie dem InnoDay 2025 und dem Netzwerk CrossVisitXChange bot sie Unternehmen zudem praxisnahe Einblicke in Zukunftstechnologien, förderte den Erfahrungsaustausch und vernetzte Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung.
Auch die Fachkräftesicherung blieb ein zentrales Aufgabenfeld der WFG. Gemeinsam mit regionalen Partnern entwickelte und begleitete sie Beratungs-, Netzwerk- und Veranstaltungsformate zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Beispiele hierfür sind der „Dialog Fachkräftesicherung“, die Workshopreihe „Betriebliche Welcomeguides“ sowie die kreisweite „Nacht der Ausbildung“. Gleichzeitig blieb die frühzeitige Förderung von Nachwuchskräften ein wichtiger Baustein: Mehr als 12.500 Kinder und Jugendliche nahmen 2025 an Angeboten der Berufsorientierung und MINT-Förderung teil und erhielten Einblicke in Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im Kreis Borken.
Darüber hinaus wurden 2025 beim Ausbau der Breitbandinfrastruktur wichtige Fortschritte erzielt. Im Graue-Flecken-Förderprogramm koordinierte die WFG gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen den weiteren Glasfaserausbau. Bereits mehr als 50 Prozent der Baumaßnahmen im Förderprojekt konnten bis Ende 2025 abgeschlossen werden. Damit werden wichtige Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit und
Zukunftsfähigkeit der Region geschaffen.
Den Abschluss des Jahres-Presse-Gesprächs bildete ein Rundgang durch die BEWITAL Unternehmensgruppe. Geschäftsführerin Ulrike Petershagen und Geschäftsführer Jürgen Petershagen führten die Teilnehmenden – darunter Landrat Dr. Kai Zwicker und Südlohns Bürgermeister Markus Lask – gemeinsam durch das Unternehmen. Dabei stellten sie unter anderem das neue Verwaltungsgebäude sowie die umfangreichen Investitionen der
vergangenen Jahre vor. Die BEWITAL Unternehmensgruppe steht beispielhaft für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Kreis Borken.

Von links: Landrat Dr. Kai Zwicker, Bürgermeister der Gemeinde Südlohn Markus Lask, BEWITAL-Geschäftsführerin Ulrike Petershagen, BEWITAL-Geschäftsführer Jürgen Petershagen und WFG-Prokurist Ingo Trawinski